Chronik Krone Diedesheim - Teil 3

Diese Aufnahme des Gasthauses stammt etwa aus dem Jahre 1938.

Hinteransicht des Gasthauses, hier ist zu sehen das der Anbau
des Nebenzimmers lange vor dem Anbau des Toilettenanbaues durchgeführt wurde. Der im Vordergrund stehende Baum viel leider dem Straßenbau zum Opfer, er war wohl ein Bruder des heutigen Prunkstückes, dem Kastanienbaum im Biergarten. Dieser ist als Naturdenkmal eingestuft.

Ein Bild aus dem Jahre 1921, aufgenommen am Hintereingang (heute Durchgang von der Stube zur neuen Theke). Aufgenommen am dritten Sonntag im August anlässlich der „Kerwe“. Der Mann in der Mitte mit Zylinder ist der damalige Wirt Peter Heck und links von ihm seine Frau Frieda. Man verstand schon damals in Diedesheim gut zu feiern.

Das Bild zeigen den Innenraum der „Krone“ vor dem 2. Weltkrieg. Die Gaststube, hinten stehend die Wirtin Emilie Heck.

1974 übernahm dann Wilhelm (Willi) Heck mit seiner Ehefrau Hannelore den Familienbetrieb, und führte ihn bis ins Frühjahr 2001.Ihm ist es wohl zu verdanken, daß die „Krone“ überhaupt noch existent ist. Zahlreiche Angebote der Firma Hengstenberg, welche sich in unmittelbarer Nachbarschaft befand schlug er aus und stellte den Erhalt der ältesten noch betriebenen Gaststätte in Diedesheim in den Vordergrund seiner Mühen.

Mir persönlich liegt am Herzen hier zu erwähnen, daß die Firma Hengstenberg einen ziemlichen Raubbau an unserem Dorf beging, welcher darin gipfelte, daß unser altes Rathaus in der damaligen Rathausstraße dieser Ausbreitung zum Opfer viel. Ich glaube dies würde man heute nicht mehr zulassen. Heute ist von dieser Firma nichts mehr zu sehen, was sie zurückließ entsprach einer Verwüstung des Ortskernes. Die „Goldenen Zeiten“ wie man sie aus den 60er Jahren gewohnt war waren in den 80ger und 90ger Jahren vorbei. Der Zerfall vieler ortsansässiger Firmen machte das Überleben nicht leichter, denn all diese Firmen zählte man zum Kundenstamm und man belieferte die Belegschaften mit Brotzeiten während der Schichtarbeit. Trotz all dieser Widrigkeiten verstand er es den Flair der „Krone“ zu erhalten. Seinen größten Kampf mußte er im Dezember 1993 bestehen als das „Jahrhundert – Hochwasser“ einen großen Teil der Gaststätte zerstörte. Nach kurzem Überlegen stellte man mit aller Macht die Betriebsfähigkeit in kurzer Zeit wieder her, um für die treue Kundschaft wieder da zu sein.

Ja das Hochwasser und Diedesheim, und somit auch unser Gasthaus sind untrennbar miteinander verbunden. Über Jahrhunderte hinweg mußte und muß man sich mit dem Neckar auseinandersetzen. Zum einen war er der größte Feind, zum anderen war er der Quell dieser Gemeinde und seiner Bürger. Würde es ihn nicht geben, dann gäbe es Diedesheim vielleicht gar nicht und somit auch nicht den „Kronenwirt“. Die schlimmsten Hochwasser sind an der Außenfassade dokumentiert. Mai 1817, 30. Oktober 1824 (das höchste bekannte Hochwasser unserer Geschichte), 28.12.1882, 28.12.1947, 21.12.1993 und Februar 1994. Dies sind diejenigen Hochwasser bei denen das Gasthaus unmittelbar betroffen war.

Leider mußte man die Metzgerei aufgeben, da die Konkurrenz der neuen Supermärkte in unserem Raum ein Überleben dieser alteingesessenen Metzgerei nicht zuließ. Aus Altersgründen und wegen notwendig gewordener Renovierung übergab er das Gasthaus in jüngere Hände.

Harald Heck heißt nun der „Kronenwirt“ in 4. Generation. Nach langwierigen jedoch positiven Gesprächen und Verhandlungen mit Stadt, Sparkasse und Architekt hat man sich dazu entschlossen eine umfangreiche Umgestaltung vorzunehmen. Im April diesen Jahres war es dann soweit. Mit leicht flauen Gefühlen wurde mit den Umbaumaßnahmen begonnen. Jeder hatte das Gefühl man würde einem Menschen die Seele rauben, als man den großen Hammer ansetzte. Viele Erinnerungen an längst vergangene Tage kamen einem hoch, und man dachte an die Menschen, die dieses Haus kannten und bewohnten. An die, welche hier arbeiteten und deren Leben es war. An Urgroßvater, Urgroßmutter, Oma und Opa, ja es war schon ein komisches Gefühl.

Sieht man aber das Ergebnis, so denke ich, schauen die oben genannten mit Stolz auf das neu Entstandene und wünschen ihrem Nachkommen alles Gute. Willi und Hannelore tun dies im gleichen Maße. Dem Architekten Franz Huber mit seinem Team und den Wirtsleuten Brankica und Harald Heck ist ein wahres Meisterwerk gelungen, bei dem der Charakter des alten Gasthauses erhalten blieb und mit dem modernsten Standard verbunden wurde.

Eine kleine Wachablösung fand anläßlich des Jubiläums, 75 Jahre Vereinslokal „Gasthaus Krone“, des Männergesangvereines „Sängerlust Diedesheim“ statt. Hierbei wurde erstmals Harald Heck als Nachfolger präsentiert. Dem „Alten Kronenwirt“ ist die Wehmut deutlich anzusehen.27 Jahre sind eine lange Zeit.

Zwei Generationen auf einem Bild: Von links nach rechts Vorstand des Gesangvereines Peter Beck, Hannelore Heck, Wilhelm Heck, Harald Heck und Brankica Heck.

Bilder aus der Umbauphase

Ende einer Metzgerei, Beginn einer neuen Epoche.

Die 3. und 5. Generation

Der neue „Kronenwirt“ Harald Heck. Ich wünsche ihm mit seiner Familie alles Gute für seine Zukunft. Er hat die Voraussetzungen geschaffen um in eine sichere Zukunft zu blicken, wünschen wir ihm den Erfolg. Zum Erreichen des großen Zieles ist jedoch viel Schweiß erforderlich. Ich glaube die Familie und die Bevölkerung gratuliert zu einer Entscheidung die ein Stück Tradition von Diedesheim bewahrt.

 

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